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WHtR (Waist to Height Ratio) berechnen

Der WHtR gilt laut wissenschaftlichen Studien als aussagekräftiger als der BMI, wenn es um die Bewertung von gesundheitlichen Risiken aufgrund von Bauchfett geht.

Der WHtR (engl. Waist to Height Ration) setzt den Taillenumfang zur Körpergröße in Beziehung. Ins Deutsche kann er deshalb als Taille-zu-Größe Verhältnis übersetzt werden.

Wie misst man den Taillenumfang?

Der Taillenumfang ist nichts anderes als der Bauchumfang. Dieser lässt sich relativ einfach messen. Dabei sollte man aber ein paar Dinge beachten:

  • Am besten morgens vor dem Frühstück mit nüchternem Magen.
  • Bauchmuskeln entspannen, Luft ausatmen.
  • Vor dem Spiegel stehen mit nacktem Bauch.
  • Messung an der Bauchstelle mit dem größten Umfang. Bei den meisten Menschen befindet sich diese etwas oberhalb des Bauchnabels.

Zur Messung des Umfangs kann man ein gewöhnliches Schneider Maßband benutzen oder auf ein spezielles Maßband zur Umfangsmessung zurückgreifen.

Bewertungstabelle WHtR

Die Bewertung des WHtR-Wertes hängt vom Geschlecht und Lebensalter ab.

Klassifikation nach Geschlecht

Je nach WHtR-Wert kann eine Einstufung in verschiedene Kategorien erfolgen: Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht, Adipositas (Fettleibigkeit), schwere Adipositas [2].

BewertungMannFrauKind (bis 15 Jahre)
Starkes Untergewicht<= 0,34<= 0,34<= 0,34
Untergewicht0,35 – 0,420,36 – 0,410,35 – 0,45
Normalgewicht0,43 – 0,520,42 – 0,480,46 – 0,51
Übergewicht0,53 – 0,570,49 – 0,530,52 – 0,63
Adipositas0,58 – 0,620,54 – 0,57
Extreme Adipositas>= 0,63>= 0,58>= 0,64

Viele Quellen geben die gleichen Normwerte für Mann und Frau an. Wie man aus der Tabelle leicht entnehmen kann, sind die Unterschiede zwischen Geschlechter nur sehr gering, so dass diese Vereinfachung durchaus vertretbar ist.

Für Kinder und Jugendliche gelten Wachstums-bedingt etwas andere Werte als bei Erwachsenen, worauf im nächsten Abschnitt noch etwas genauer eingegangen wird.

Klassifikation nach Alter

Die WHtR-Klassifikation unterscheidet sich zwar kaum zwischen den Geschlechtern, die Normwerte für den WHtR zeigen aber deutliche Unterschiede bezüglich des Lebensalters. 

Bewertungbis zu 15 Jahre15 – 39 Jahre40-49 Jahreab 50 Jahre
Untergewicht<= 0,34< 0,40< 0,40< 0,40
Normalgewicht0,35 bis 0,450,40 bis 0,500,40 + 0.01 pro Jahr
bis
0,50 + 0.01 pro Jahr
0,50 – 0,60
Übergewicht0,46 bis 0,510,51 bis 0,560,51 + 0,01 pro Jahr
bis
0,56 + 0,01 pro Jahr
0,61 bis 0,66
Adipositas0,52 bis 0,630,57 bis 0,680,57 + 0,01 pro Jahr
bis
0,68 + 0,01 pro Jahr
0,62 bis 0,78
Extreme Adipositas> 0,63> 0,68> 0,69 + 0,01 pro Jahr> 0,78

Zwischen 40 und 50 Jahren ändert sich bei vielen Menschen die Statur, was eine Zunahme der Normwerte nach sich zieht.

Schwächen des BMI

Der BMI-Wert war lange Zeit das Maß aller Dinge, um Übergewicht festzustellen.

Allerdings ist der BMI nur wenig hilfreich, ob aufgrund des Übergewichts auch wirklich eine Gesundheitsgefährdung besteht. Dies weiß man aus wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre zu diesem Thema.

Der BMI weist im wesentlichen zwei Schwächen auf, die nachfolgend etwas genauer erklärt werden:

1. BMI berücksichtigt die Fettverteilung nicht

Der BMI macht keine Aussage darüber, wie die individuelle Fettverteilung aussieht. Beim sogenannten Birnentyp sitzt das Fett hauptsächlich an Bauch, Beine, Po, Hüfte und Arme. Der Apfeltyp setzt verstärkt Fett in der Bauchhöhle und an den Organen an. Letzteres wird auch als viszerales Fett bezeichnet und gilt als gefährlich für die Gesundheit, da es das Risiko für Diabetes oder einen Schlaganfall erhöht.

2. BMI kennt die Körperzusammensetzung nicht

Der BMI weiß nichts von der Körperzusammensetzung eines Menschen. Ob nun das „Übergewicht“ aufgrund eines zu hohen Fettanteils oder aber durch einen hohen Muskelanteil bedingt sind, kann der BMI-Wert nicht unterscheiden. Deshalb wird einem Bodybuilder oder einer überdurchschnittlich muskulösen Person ein BMI-Wert im übergewichtigen Bereich attestiert.

Quellen:
[1]  Harald J. Schneider, et al.(2010). The Predictive Value of Different Measures of Obesity for Incident Cardiovascular Events and Mortality. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism,  2010,  95, 4:  1777–1785

[2] Waist-to-height ratio, Wikipedia. Link

Wichtiger Hinweis: Der WHtR Rechner ist kein Ersatz für den Arztbesuch, sondern dient lediglich als grobe Orientierung.