KörperanalysewaageKörperfettKörperfettanteil Messung

Körperfett messen – 10 Methoden im Überblick

Das Körperfett bzw. der Körperfettanteil eines Menschen kann nicht direkt gemessen werden. 

Es existieren aber eine Reihe von unterschiedliche Messverfahren, die das Körperfett indirekt ermitteln. Nachfolgend werden verschiedene Methoden und Verfahren aus der Praxis kurz und prägnant vorgestellt. 

Insbesondere wird auf die Kosten zur Durchführung dieser Verfahren eingegangen.

Bei Körperfett muss man zwischen Unterhautfett und Viszeralfett unterscheiden.

Das Fett in der Unterhaut – auch als subkutanes Fettgewebe bezeichnet – kann mehrere Zentimeter dick sein und findet sich in verschiedenen Körperregionen wieder: Brust, Oberarme, Hüfte, Oberschenkel, Gesäß. Aber auch an den Fußsohlen kommt es vor, wo es als druckelastisches Polster wirkt.

Viszeralfett hingegen ist das Fett, das sich im Innern des Bauchs befindet. Es ist in der Bauchhöhle vorhanden und umhüllt die inneren Organe. Diese Fettart gilt als gesundheitskritisch, wenn sie eine bestimme Masse übersteigt. 

 

1. Körperfett durch Betrachten von Bildern abschätzen

Eine erste Einordnung kann erfolgen, indem ein Foto vor dem Spiegel von der Vorderseite des Körpers aufnimmt.

Dieses kann man mit Fotos vergleichen, die Personen mit einem bestimmen Körperfettanteil zeigen.  Hierzu ist die Bildserie von Builtlean.com  gut geeignet. Marc Perry hat hier den Körperfettanteil von Männern zwischen 3 und 40 %  und bei Frauen zwischen 10 und 50 % dargestellt.

Dadurch gelingt eine grobe Einordnung des individuellen Körperfettanteils. Eine richtige Messung ersetzt diese Einschätzung natürlich nicht. Aber dem einen oder anderen wird sie vermutlich dennoch genügen.

Kosten

Keine

2. YMCA-Methode

Die YMCA-Methode führt genau genommen eine sehr grobe Schätzung des Körperfettanteils durch.  Die YMCA-Formel setzt für jedes Körpergeschlecht die Körpergröße zum Bauchumfang in Beziehung.

Das Unterhautfett an Beinen, Armen sowie an der Hüfte gehen nicht explizit in der Körperfettberechnung ein. Und genau das sind die Stellen, wo sich das Körperfett bei einer Frau hauptsächlich befindet.

Es lässt sich daher leicht nachvollziehen, dass diese Methode nicht wirklich brauchbare Ergebnisse liefern kann.

Wer die Methode dennoch mal ausprobieren möchte, der kann auf den YMCA Online Rechner zurückgreifen.

Kosten

Man benötigt lediglich ein Massband*  und eine Personenwaage*.

3. US-Navy Umfangs-Methode

James A. Hodgdon und Marcie B. Beckett haben diese einfache Methode zur Berechnung des Körperfettanteils für die US Navy entwickelt. Daher rührt der Name her.

Als Hilfsmittel benötigt man lediglich ein Maßband. Mit diesem werden folgende Umfänge messen:

  • Bauchumfang
  • Nackenumfang
  • Körpergröße
  • Hüftumgang (nur bei Frauen)

Das Verfahren kann alleine durchgeführt werden. Wer kein Maßband hat, kann sich eines für kleines Geld besorgen. Alternativ kann man auch einen Faden zur Umfangsmessung nehmen und ihn mit einem Lineal oder Meterstab abgleichen.

Die US Navy Fettformel setzt die gemessenen Umfänge logarithmisch in Beziehung und liefert ein sehr grobes Ergebnis. Die Genauigkeit der US Navy Methode dürfte im allgemeinen sehr gering sein, auch wenn in der Publikation des Department of Defence diese auf 1% geschätzt wird. 

Kosten

keine bzw. gering, falls man sich noch ein Maßband besorgen muss.

4. Hautfaltenmessung mit der Caliperzange

Eine sehr beliebte Methode im Bodybuilding und Fitnessbereich ist der sogenannte Caliper oder auf deutsch auch als Fettzange bzeichnet.

Bei dieser Methode wird die Hautfaltendicke an definierten Körperstellen gemessen. Dazu wird die Hautfalte mit den Fingern gekniffen. Anschließend setzt man den Caliper an und drückt die Hautfalte zusammen. Das Gerät zeigt die gemessene Dicke der Hautfalte an. Man wiederholt diese Prozedur an weiteren Körperpunkten.

Die ermittelten Hautfaltendicken gibt man dann in eine Formel ein oder nutzt einen speziellen Online-Rechner.

Es sind übrigens verschiedene Formeln im Umlauf, die sich in der Anzahl der zu messenden Hautfalten unterscheiden.

Kosten

Die günstigsten Caliper gibt es ab etwa 10 €. Je nach Ausstattung kann der Preis aber auch deutlich höher liegen.

5. Bioelektrische Impedanzanalyse

Die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) ist eine etablierte Methode, um die Körperzusammensetzung zu bestimmen. 

Bei diesem Verfahren wird ein schwacher Wechselstrom mit hoher Frequenz durch den Körper geleitet. Dabei macht man sich den Umstand zu Nutze, dass Wasser ein guter elektrischer Leiter ist. Die Muskelmasse besteht zu gut 80% aus Wasser, wohingegen die Fettmasse ein schlechter Leiter ist. Gemessen wird bei der BIA nicht Leitfähigkeit, sondern der ohmsche Widerstand. 

Die Messung bei der medizinischen BIA findet im Liegen statt und wird von einer geschulten Person durchgeführt. Die Hände und Füße werden mit Elektroden versehen werden. 

Wer genauere Messergebnisse wünscht, sollte eine professionelle Körperfettmessung durchführen lassen. Dazu stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Bioelektrische Impedanzanalyse
  • Ultraschall
  • Infrarot-Spektroskopie
  • Dual-Röntgen Absorptiometrie
  • Hydrostatisches Wiegen

Kosten

Die medizinische BIA kann nur von geschultem Personal durchgeführt werden. Die Kosten für eine BIA-Behandlung gehen ab etwa 30 € los.

6. Körperanalysewaagen

Eine Körperanalysewaage ist gewissermaßen der kleine Bruder der Bioelektrischen Impedanzanalyse.  Sie beruht auf demselben Messverfahren.

Im Gegensatz zur medizinischen BIA steht man auf der Waage. Die Messung erfolgt, indem ein schwacher Strom über die Fußsohlen in den Körper geleitet wird. Die Messung erfasst in der Regel nur das Gewebe in den Beinen und des Unterkörpers. Mit Hilfe von weiteren Angaben kann eine Aussage über die gesamte Körperzusammensetzung gemacht werden.

Genauere und differenzierte Ergebnisse liefern Körpeanalysewaagen mit einer 4-Punkt Messung.  Dazu müssen zusätzliche Handsensoren vorhanden sein, die weitere Messpunkte für die Hände liefern.

Kosten

Günstige Körperanalysewaagen gibt es bereits ab 20 €. Besser Modelle liegen mehr oder weniger deutlich über 50 €. Genauere Segment Körperanalysewaagen liegen jenseits von 100 €.

7. Ultraschall

Körperfett wird bereits seit über 50 Jahren per Ultraschall gemessen. Dazu werden stationäre oder auch mobile Ultraschallgeräte bzw. -scanner benutzt

Der Körper wird an verschiedenen Stellen dem Ultraschall ausgesetzt. Dieser wird von verschiedenen Gewebeschichten wiederum reflektiert. Daraus lässt sich mit Hilfe einer geeigneten Software, die Dicke von subkutanem Fett, also „Unterhautfett“, bestimmen.

 Zur Messung der Körperzusammensetzung ist die Marke BodyMetrix weltweit im Einsatz. Das Gerät selber ist für den privaten Gebrauch zu teuer, sondern für den professionellen Einsatz in der medizinischen Praxis und Gesundheitsstudios konzipiert.

Kosten

Die Kosten für die Bestimmung der Körperzusammensetzung via Ultraschall liegen bei etwa 50 €.

8. Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA)

Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA oder DEXA) ist ein Verfahren, das auf zwei verschiedenen Röntgenstrahlen beruht, und die Körperzusammensetzung ermittelt.

Ursprünglich wurde dieses Verfahren entwickelt, um die Knochendichte zu bestimmen. Durch eine geeignete Software kann aber auch der Körperfettanteil bestimmt werden. 

Die DEXA Methode gilt als Goldstandard bei der Bestimmung der Fett- und Muskelmasse. Die Güte von anderen Methode wird in klinischen und wissenschaftlichen Studien oftmals gegen die DEXA geprüft.

Kosten

Eine DEXA-Messung mit Bestimmung der Körperzusammensetzung wird in radiologischen und orthopädischen Arztpraxen oder auch in den ausgewiesenen Abteilungen eines Krankenhauses. Kostentechnisch muss man mindestens mit 50 Euronen rechnen.

9. Nah-Infrarot-Spektroskopie

In den 1980er Jahren wurde eine Technologie entwickelt, die auf Infratrotstrahlen beruht. Sie macht sich die Reflexions- und Absportionseigenschaften von infrarotem Licht durch unterschiedliches Gewebe zu Nutzen.  Die spezifischen Wellenlängen im Bereich von 700 bis 1100 Nanometer werden vom Fettgewebe absorbiert, von der fettfreien Masse hingegen reflektiert.

Mit Hilfe eines Diffusors wird das reflektierte Licht aufgezeichnet und aus dem gemessenen Spektrum letztendlich der Körperfettanteil ermittelt.

Die Messung erfolgt innerhalb von 30 Sekunden. Und zwar können lokale Körperbereiche oder auch der ganze Körper gemessen werden. Die Infrarot-Technologie ist gesundheitlich völlig bedenkenlos und gilt als sehr genau.

Kosten

Für die Infrarot-spektroskopische Körperfettbestimmung wurden Geräte für den professionellen Einsatz in Arztpraxen und Gesundheitszentren entwickelt. Die Kosten für ein derartiges Gerät liegen im mittleren vierstelligen Bereich. Körperfettmessungen via der Infrarot-Methode werden ab etwa 100 € angeboten.

10. Hydrostatisches Wiegen: Densitometrie

Das Verfahren beruht darauf, dass Fett und die fettfreie Masse wie Muskeln und Knochen eine unterschiedliche Dichte besitzen.

Zur Messung muss man vollständig in einen Wassertank steigen. Es wird die Menge des verdrängten Wassers sowie das Körpergewicht unter Wasser gemessen.

Vor dem Tauchgang wird „an Land“ Körpergewicht und Lungenvolumen bestimmt, um ein möglichst kleinen Fehler bei der Ermittlung des Körperfettanteils zu erhalten.

Das Hydrostatische Wiegen gehört zu den exaktesten Methoden überhaupt, um die Körperzusammensetzung zu bestimmen. Der Messfehler liegt bei etwa 1,5 %.

Kosten

Das Hydrostatisches Wiegen ist im Vergleich zu anderen Methoden „supergenau“. Allerdings hat alles seinen Preis. Für eine Messung muss man mit mindestens 150 € rechnen. Und die Möglichkeiten, eine solche Messung durchzuführen sind eher dünn gesät. Erst Adresse sind Unversitäten und Kliniken.

Fazit Körperfett messen

Wer sein Körperfett messen möchte, kann unter verschiedenen Methoden wählen. Eine Direktmessung des Körperfetts ist allerdings am lebenden Menschen nicht möglich. Deswegen erfolgt die Messung des Körperfetts indirekt. Dazu nutzt man unter anderem bestimmte physikalische Eigenschaften von Fettgewebe aus.

Einen groben Anhaltspunkt über den Körperfettanteil können Umfangsmessungen liefern.

Körperfettwaagen liefern sicherlich im allgemeinen bessere Ergebnisse als die US Navy- oder YMCA-Formel. Allerdings hat der Wasserhaushalt des Körpers einen großen Einfluss auf die Qualität der Messergebnisse. Nur Körperanalysewaagen mit zusätzlichen Handsensoren können das Körperfett des gesamten Körpers erfassen. Bei solchen Segmentanalysewaagen können Messgenauigkeiten von 5 bis 10 % (Absolutwerte!) erreicht werden.

Die Calipermessung ist im Bodybuildung und auch bei Sportmedizinern sehr beliebt. Die Genauigkeit des Verfahrens hängt auch unter anderem von der Anzahl der gemessenen Körperfalten ab sowie die Qualität des Calipers ab. Auch gehört eine gewisse Übung bei der Messung der Körperfalten dazu. Der Caliper berücksichtigt nur das Unterhautfett, nicht das Viszeral- und Organfett. Deshalb ist die Genauigkeit auch vom Körpertyp abhängig. Die Genauigkeitswerte zwischen 3 bis 5 % können in der Praxis erreicht werden.

Wer auf genauere Messergebnisse Wert legt, sollte eine professionelle Körperfettmessung durchführen lassen. Hierzu stehen folgende Verfahren zu Verfügung:

  • Bioelektrische Impedanzanalyse
  • Hydrostatisches Wiegen
  • Ultraschallmessung
  • Infrarotspektroskopie
  • Dual-Röntgen Absorptiometrie